Schwinge ausbauen (SuperSport)

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Dieser Artikel beschreibt den Ausbau der HinterradSchwinge, in Aluminiumausführung, an einer Ducati 750 SuperSport (Baujahr 1991). Sie kann jedoch ebenfalls für die Modelle der Vergaser-Baureihe mit StahlSchwinge angewandt werden.


Die Anleitung setzt voraus, daß das Hinterrad bereits ausgebaut wurde oder zusammen mit der Schwinge ausgebaut wird. Um eine besseren Zugang zu ermöglichen, sollte außerdem das hintere Schutzblech und ggf. die Plastikwanne (Werkzeugfach + Nummernschildhalter) entfernt werden.

Später verbaute Stahlschwinge der Ducati SS
Polierte Aluminiumschwinge


Der Artikel geht ebenfalls auf die berüchtigten Risse an Ducati-Schwingen dieser Baureihe ein und zeigt einige Alternativen auf.


Inhaltsverzeichnis

Vorbereitung

Um die Schwinge komplett demontieren zu können, muß die Kette gelöst und/oder entfernt werden. Man kann diese trennen oder vom Ritzel ziehen. Bei der zweiten Variante muß zuvor das Ritzel gelöst und von der Antriebswelle gezogen werden, so daß die Kette frei ist.


Fahrzeug sichern

Zuerst muß das Motorrad so aufgebockt werden, daß das hintere Federbein komplett entlastet wird. Der einfachste Weg ist, ein stabiles Brett unter den Motor zu legen und hier mit einem handelsüblichen Wagenheber anzusetzen. Diese Methode ist natürlich nur möglich, wenn der Krümmer zuvor entfernt wurde.


Wichtiger Hinweis Auf dem Wagenheber aufgebockt, wird das Motorrad instabil und wackelt. Es empfiehlt sich diese Arbeit mit einer zweiten Person durchzuführen, die das Fahrzeug seitlich stabilisiert.


Riss innerhalb der Achsaufnahme zum Motor

Federbein demontieren

Als nächstes muß das Federbein ausgebaut weden. Dazu löst man mindestens die Schraube an der Schwingenaufnahme komplett. Das Federbein muß zu diesem Zeitpunkt komplett entlastet sein! Alternativ kann das Federbein zusätzlich an der Rahmenaufnahme gelöst und komplett entfernt werden.


Schwingenachse lösen

Nun wird die Schwingenachse selbst gelöst. Dazu werden die Klemmschrauben an der linken und rechten Seite gelöst bzw. komplett entfernt. Die Achse kann nun vorsichtig zu einer Seite herausgetrieben werden. Dabei ist darauf zu achten, daß das Nadellager nicht beschädigt wird.


Wichtiger Hinweis Achte unbedingt darauf, wo die Distanzscheiben zwischen Schwinge und Motor sitzen, damit diese beim Zusammenbau wieder an Ihren Platz finden!


Schwinge ausbauen

Riss nahe der Federbeinaufnahme an Aluminiumschwinge

Die Schwinge kann nun nach hinten weggezogen werden. Das Nadellager am Motor sollte sicherheitshalber gefettet und verschlossen werden, um es zu schützen.


Der Wagenheber kann nun vorsichtig gesenkt werden, bis das Motorrad wieder stabil ist. Am hinteren Ende des Motorrads kann man alternativ einen Holzbock unter den Rahmen schieben. Wenn dieser zuvor sorgfältig mit Lappen abgedeckt wurde, kann hier der Rahmen aufliegen und dem Fahrzeuf zu einer stabilen Lage verhelfen.


Kontrolle

Vor Allem bei AluminiumSchwingen ist es ratsam den Ausbau der Schwinge dafür zu nutzen, diese gründlich auf Rissbildung zu untersuchen. An folgenden Stellen treten so genannte Haarrisse auf:


Montage der Schwinge

Riss nahe des Querstegs an Aluminiumschwinge

Obwohl die Montage der Schwinge nicht Teil dieser Anleitung ist, möchte ich darauf hnweisen, daß der vorgeschriebene Drehmoment unbedingt eingehalten werden muß. Besonders an der Schwingenachse neigen die AluminiumSchwingen zu Rissen, die durch falsche Montage gefördert werden können.


Normale und verstärkte Ausführung

Bei den AluminumSchwingen gibt es eine ursprüngliche (normale) und eine so genannte verstärkte Ausführung. Die verstärkte Ausführung ist die Antwort des Herstellers auf die sich häufende Rissbildung. Später wurden aus diesem Grunde StahlSchwingen verbaut. Der Unterschied zwischen einer normalen und einer verstärkten Schwinge ist fast nur sichtbar, wenn beide Exemplare nebeneinander liegen und verglichen werden können. Die verstärkte Ausführung soll über eine bessere Beschichtung verfügen. Bei mir sind beide Varianten gerissen, weswegen ich auf eine alternative Schwinge zurückgegriffen habe.


Alternative zur originalen AluminiumSchwinge

Aluminiumschwinge von Metmachex Engineering

Die naheliegende Alternative zur originalen Aluminiumvariante ist der Einbau des Nachfolgebauteils - der StahlSchwinge. In den ersten Baujahren der SS hatte die Schwingenachse einen anderen Durchmesser. Dieser sollte vor dem Kauf einer ErsatzSchwinge ausgemessen werden.


In einigen Foren gibt es zudem Berichte, daß die Schwinge des Nachfolgermodells, der SSie, mit einigem Aufwand verbaut werden kann. Von dieser Schwinge sind mir keine Berichte über Rissbildung bekannt.


Ich persönlich habe auf die polierte AluminiumSchwinge von Metmachex Engineering zurückgegriffen. Diese ist mit einem Excenter ausgestatt, der den Vorteil bietet, daß z.B. die Kette immer gleichmäßig gespannt werden kann - auch wenn das Motorrad auf dem Seitenständer steht. Außerdem erlaubt der Excenter eine Anhebung des Hecks, der das Handling des Motorrads enorm verbessert hat.


Die Schwinge soll eine vierfache Verdrehsteifigkeit gegenüber den OriginalSchwinge aufweisen. Oft liest man, daß die Schwinge nur in Verwendung mit einer hochgelegter Auspuffanlage verwendet werden kann. Ich habe es nicht probiert, bin aber der Meinung, daß auch die originalen Endschalldämpfer ihren Platz finden. Die Angabe, daß die originale Hinterradabdeckung nicht passt, trifft auf meine Schwinge ebenfalls nicht zu. Dort ist weiterhin der originale Hinterradschutz montiert.


DSM Ducati war/ist der deutsche Importeur für Metmachex-Schwingen.


Weblinks

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